EZB vor letzter Zinserhöhung? Warum die Rabobank auf Dezember setzt
Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihre Geldpolitik bei der Sitzung im Oktober unverändert lassen und den Einlagensatz bei 2,50 Prozent halten. Davon geht Rabobank-Ökonom Bas van Geffen aus, der im Dezember mit einer letzten Zinserhöhung rechnet. Zwar sieht er weiterhin Aufwärtsrisiken für die Inflation, bislang fehlen jedoch Hinweise darauf, dass sich der Preisdruck durch Zweitrundeneffekte auf breiter Front verfestigt. Die verschärften Finanzierungsbedingungen und das widerstandsfähige Wirtschaftswachstum sprechen aus seiner Sicht für ein langsameres und vorsichtigeres Vorgehen der Notenbank.
EZB-Zinsausblick: Schrittweise Straffung mit letzter Erhöhung im Dezember
„Wir erwarten, dass die EZB ihre Geldpolitik unverändert lässt und den Einlagensatz bei 2,50 Prozent belässt.“
„Der Zinserhöhungszyklus der EZB dürfte zwar noch nicht abgeschlossen sein, doch der nächste Zinsschritt wird voraussichtlich nicht mehr in diesem Monat erfolgen. Die Inflationsrisiken sind weiterhin nach oben gerichtet, haben sich zuletzt aber nicht wesentlich verschärft. Gleichzeitig verstärken die restriktiveren Finanzierungsbedingungen die Wirkung der bisherigen Zinserhöhungen der EZB.“
„Es gibt keinen überzeugenden Grund, das Tempo der Zinserhöhungen zu beschleunigen. Bislang fehlen Anzeichen dafür, dass sich die Inflation auf immer mehr Bereiche der Wirtschaft ausweitet und dauerhaft festsetzt. Einige Notenbankvertreter dürften allerdings argumentieren, dass die EZB nicht erst auf eindeutige Belege für Zweitrundeneffekte warten könne. Sobald solche Entwicklungen einsetzen, wären schließlich deutlich stärkere geldpolitische Eingriffe notwendig.“
„Die Entwicklungen an den Finanzmärkten geben der EZB daher einerseits die Möglichkeit, sich mehr Zeit für die Bewertung ihrer nächsten Schritte zu nehmen, machen dies andererseits aber auch erforderlich. Wir gehen nicht davon aus, dass die jüngste Verschärfung der Finanzierungsbedingungen bereits ausreicht, um eine weitere Zinserhöhung zu verhindern. Die an den Märkten eingepreisten drei zusätzlichen Zinsschritte erscheinen uns dennoch überzogen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass günstige Basiseffekte die Energieinflation Anfang 2027 abschwächen dürften.“
„Bislang ist es der EZB gelungen, die Inflations- und Wachstumsrisiken des Energiepreisschocks gut zu steuern. Sie hat frühzeitig gehandelt und ihre Geldpolitik zugleich schrittweise gestrafft. Da die Inflationsrisiken weiterhin bestehen, dürfte die EZB an diesem Kurs festhalten. Wir rechnen deshalb damit, dass der nächste und zugleich letzte Zinsschritt im Dezember erfolgt.“
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