UK-Arbeitslosenquote verharrt im Mai bei 4,9 % ggü. 5,0 % erwartet
Die ILO-Arbeitslosenquote des Vereinigten Königreichs (UK) blieb in den drei Monaten bis Mai mit 4,9% unverändert, nachdem sie im vorherigen Wert ebenfalls bei 4,9% lag, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten des Office for National Statistics (ONS) hervorgeht. Die Daten lagen unter dem Marktkonsens von 5,0%.
Weitere Details des Berichts zeigten, dass die Zahl der Personen, die Arbeitslosenunterstützung beantragen, im Juni um 6,7K gestiegen ist, verglichen mit einer revidierten Zunahme von 1,3K im Mai und dem erwarteten Anstieg von 28,3K.
Die Daten zur Beschäftigungsänderung lagen im Mai bei 147K gegenüber 100K im April.
Unterdessen stiegen die Durchschnittsverdienste ohne Bonus im Vereinigten Königreich im Mai im Dreimonatsvergleich zum Vorjahr (3M YoY) um 3,4 % gegenüber einem zuvor verzeichneten Wachstum von 3,4 %. Die Markterwartung lag bei 3,4 %.
Ein weiteres Maß für die Lohninflation, der Durchschnittsverdienst einschließlich Bonus, stieg im gleichen Zeitraum um 4,3 % nach einem Anstieg von 4,4 % im Quartal bis April. Die Daten verfehlten die Schätzung von 4,5 %.
GBP/USD-Reaktion auf den britischen Arbeitsmarktbericht
Das britische Pfund (GBP) steigt in einer unmittelbaren Reaktion auf den britischen Arbeitsmarktbericht leicht an. Zum Zeitpunkt der Erstellung notiert das Paar GBP/USD im Tagesverlauf 0,14% höher bei 1,3450.
Arbeitsmarkt - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Arbeitsmarkt gilt als entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes und beeinflusst maßgeblich den Wert einer Währung. Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit tragen zu einer starken Binnennachfrage bei und stützen das Wirtschaftswachstum, was wiederum die Landeswährung stärkt. Ein besonders angespannter Arbeitsmarkt – also ein Mangel an Arbeitskräften – kann zudem inflationsfördernd wirken, da steigende Löhne bei knappen Arbeitskräften oft die Folge sind, was die Geldpolitik beeinflusst.
Das Lohnwachstum in einer Volkswirtschaft ist ein entscheidender Indikator für die Geldpolitik. Steigende Löhne bedeuten mehr Konsumausgaben, was in der Regel die Preise antreibt. Im Gegensatz zu volatilen Preistreibern wie Energie gilt das Lohnwachstum als stabiler Inflationsfaktor, da Gehaltserhöhungen schwer zurückgenommen werden können. Zentralbanken achten daher stark auf Lohnwachstumsdaten bei der Festlegung ihrer geldpolitischen Maßnahmen.
Das Gewicht, das Zentralbanken den Arbeitsmarktbedingungen beimessen, variiert je nach ihren Zielen. Einige Institutionen haben explizit erweiterte Mandate, die über die reine Inflationskontrolle hinausgehen und den Arbeitsmarkt betreffen. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Ziel, sowohl maximale Beschäftigung als auch stabile Preise zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich darauf, die Inflation im Zaum zu halten. Dennoch spielen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für alle Notenbanken eine zentrale Rolle, da sie ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesamtlage sind und in enger Verbindung mit der Inflationsentwicklung stehen.
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