Gold erholt sich auf fast 4.500 USD, nachdem die USA und der Iran eine vorläufige Waffenstillstandsvereinbarung erzielt haben
- Der Goldpreis erholt sich im frühen asiatischen Handel am Freitag etwas und steigt auf rund 4.500 USD.
- Die USA und der Iran haben eine vorläufige Vereinbarung zur Verlängerung eines Waffenstillstands getroffen.
- Die US-Kern-PCE-Inflation erreichte im April wie erwartet eine Jahresrate von 3,3 %.
Der Goldpreis (XAU/USD) steigt im frühen asiatischen Handel am Freitag auf knapp 4.500 USD. Das Edelmetall erholt sich von einem Zweimonatstief, das in der vorherigen Sitzung erreicht wurde, nachdem Berichte bekannt wurden, dass die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran eine Vereinbarung zur Verlängerung des Waffenstillstands getroffen haben.
Bloomberg berichtete am Donnerstag, dass Washington und Teheran eine vorläufige Einigung erzielt haben, den Waffenstillstand um 60 Tage zu verlängern und weitere Gespräche über Irans Nuklearprogramm aufzunehmen, was die Hoffnung weckt, dass der dreimonatige Konflikt sich einer Lösung nähert.
US-Präsident Donald Trump hat den Bedingungen noch nicht zugestimmt. Beide Länder hatten zuvor Fortschritte begrüßt, wobei Trump betonte, dass die USA kurz vor einer Einigung stünden, doch die Verzögerung hält weiterhin an.
Daten, die am Donnerstag vom US Bureau of Economic Analysis (BEA) veröffentlicht wurden, zeigten, dass der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) im April im Jahresvergleich um 3,8 % stieg, nach zuvor 3,5 %. Dieser Wert entsprach den Markterwartungen.
Unterdessen stieg der Kern-PCE-Preisindex, der volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, im April im Jahresvergleich um 3,3 %, nach 3,2 % im März, wie erwartet. Auf Monatsbasis erhöhten sich der PCE-Preisindex und der Kern-PCE-Preisindex um 0,4 % bzw. 0,2 %.
„Die Handelsgötter scheinen heute beim Gold einzugreifen. Zuerst die schwachen PCE-Daten und nun Berichte über eine bevorstehende Einigung, die die Straße von Hormus öffnen würde, verschaffen dem Gold eine dringend benötigte Atempause“, sagte der unabhängige Metallhändler Tai Wong.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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