
Das Währungspaar GBP/USD gewinnt während der frühen asiatischen Sitzung am Freitag an Stärke und nähert sich 1,3480. Die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) in diesem Jahr belasten den US-Dollar (USD) gegenüber dem Pfund Sterling (GBP). Die Präsidentin der Philadelphia Fed, Anna Paulson, wird am Wochenende sprechen.
Der Greenback beendete 2025 mit dem stärksten jährlichen Rückgang seit acht Jahren. Mit mindestens zwei Zinssenkungen, die für dieses Jahr eingepreist sind, divergiert der geldpolitische Kurs der Fed von dem des Vereinigten Königreichs (UK), was die Attraktivität des USD trübt. Die Finanzmärkte rechnen laut dem CME FedWatch-Tool mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 15,0%, dass die Fed die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung im Januar senken wird.
Darüber hinaus könnten die Erwartungen, dass US-Präsident Donald Trump einen dovishen Nachfolger für Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, dessen Amtszeit in diesem Jahr endet, benennen wird, zur Schwäche des USD beitragen. Trump erklärte, dass er erwartet, dass der nächste Fed-Vorsitzende die Zinsen niedrig hält und ihm niemals "widerspricht". Diese Kommentare dürften die Bedenken der Anleger und der politischen Entscheidungsträger hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed verstärken.
Andererseits erwartet die Bank of England (BoE), dass die Zinsen weiterhin einen allmählichen Abwärtstrend verfolgen, was dem Cable etwas Unterstützung bietet. Die britische Zentralbank senkte die Zinsen bei ihrer Sitzung im Dezember von 4,0% auf 3,75%, den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren. Gouverneur Andrew Bailey sagte während der Pressekonferenz, dass die Zinsen voraussichtlich weiterhin einen allmählichen Abwärtstrend verfolgen werden, aber "wie viel weiter wir gehen, wird mit jeder Senkung eine kniffligere Entscheidung".
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.