China stützt die Wirtschaft - doch SocGen warnt vor strukturellem Problem
Societe-Generale-Strategin Michelle Lam analysiert die jüngsten politischen Maßnahmen Chinas. Neue Lockerungen im Immobiliensektor und in der Geldpolitik dürften das Wachstum auf Kurs halten und China helfen, sein Ziel für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) am unteren Ende der Spanne zu erreichen. Zugleich verweist sie auf den begrenzten Effekt von Hypothekensubventionen, eingeschränkte Infrastrukturinvestitionen wegen der Finanzlage lokaler Regierungen und eine K-förmige Erholung, die eher von Technologie und Industrie als von der Nachfrage der privaten Haushalte getragen wird.
Schrittweise Lockerung und strukturelle Grenzen
„Als Reaktion auf die Verlangsamung der Aktivität hat die chinesische Regierung in der vergangenen Woche endlich eine neue Runde gezielter Lockerungsmaßnahmen im Immobiliensektor und in der Geldpolitik aufgelegt, um das Wachstum zu stabilisieren. Diese Maßnahmen sollten zwar ausreichen, um das Wachstum auf Kurs zu halten und China dabei zu helfen, das diesjährige BIP-Ziel zu erreichen. Sie bleiben jedoch deutlich hinter dem zurück, was nötig wäre, um die tieferliegenden strukturellen Nachfrageschwächen der Wirtschaft anzugehen.“
„Diese Maßnahmen sollten in den kommenden Monaten zu einer Erholung der Anlageinvestitionen führen. Die Schwäche der Investitionen in Sachanlagen in diesem Jahr zeigt jedoch eine wachsende Kluft zwischen dem Wunsch der Zentralregierung, das Wachstum über Infrastrukturausgaben zu stützen, und der harten Realität zunehmend bindender Haushaltszwänge auf Ebene der Lokalregierungen.“
„Angesichts dieser Maßnahmen und der jüngsten erneuten Mahnung des Staatsrats, ‚hart daran zu arbeiten, die diesjährigen Entwicklungsziele zu erreichen‘, erwarten wir, dass China sein BIP-Ziel am unteren Ende der Spanne bei 4,5 Prozent erreicht. Solche gezielten Maßnahmen bedeuten zugleich, dass die Dringlichkeit für Zinssenkungen durch die PBoC deutlich abgenommen hat, insbesondere vor dem Hintergrund der Zinserhöhungen der Fed.“
„Das Wachstum wurde bislang vor allem von Technologieinvestitionen und Modernisierungen in der Industrie getragen, während die Nachfrage der privaten Haushalte weiter zurückbleibt. Solange die politischen Entscheidungsträger nicht entschlossener auf nachfrageseitige Maßnahmen umschwenken, die private Haushalte direkt unterstützen, dürfte die Wirtschaft in einer strukturellen Schwächephase feststecken.“
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