Thai-Baht unter Druck - Commerzbank warnt trotz sinkendem USD/THB
Ökonomen der Commerzbank verweisen darauf, dass Thailands Verbraucherpreise im September um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Das lag unter dem Konsens, war aber der höchste Wert seit April und brachte die Gesamtinflation nahe an das obere Ende des Zielbands der Bank of Thailand. Die Experten erwarten wegen anhaltender angebotsseitiger Belastungen einen weiteren Anstieg der Gesamtinflation, sehen die Nachfragedynamik aber als moderat an. USD/THB fiel auf 33,62, doch die Abwärtsrisiken für den Baht bleiben erhöht.
BoT dürfte länger abwarten
„Die Verbraucherpreisinflation im September überraschte nach unten und stieg um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Bloomberg-Konsens: 3,1 Prozent), nach 2,5 Prozent im August. Getrieben wurde der Anstieg vor allem von höheren Energie- und Lebensmittelpreisen. Das Handelsministerium senkte seine Inflationsprognose für 2026 von zunächst 1,5 bis 2,5 Prozent auf 1,8 bis 2,2 Prozent, da die Inflation seit Jahresbeginn im Durchschnitt bei rund 1,5 Prozent lag. Dennoch war der September-Wert die höchste Inflationsrate seit April, und die Gesamtinflation nähert sich dem oberen Ende des Zielbands der Bank of Thailand (BoT) von 1 bis 3 Prozent.“
„Mit Blick nach vorn dürfte die Gesamtinflation in den letzten Monaten des Jahres weiter steigen. Die Vielzahl angebotsseitiger Belastungen dürfte anhalten. Die Kraftstoffpreise sollten wegen der anhaltenden Störungen in den Energie-Lieferketten erhöht bleiben, während die Lebensmittelpreise infolge von Ernteschäden durch die jüngsten Überschwemmungen steigen dürften. Gleichwohl begrenzen die hohe Verschuldung der privaten Haushalte und die erhöhten Lebenshaltungskosten die Kaufkraft der thailändischen Verbraucher. Das deutet darauf hin, dass der nachfrageseitige Preisdruck in den kommenden Monaten verhalten bleiben sollte.“
„Die September-Daten ändern wenig am geldpolitischen Ausblick der BoT: Der Anstieg der Gesamtinflation bleibt weitgehend angebotsgetrieben, während die Kerninflation und die mittelfristigen Inflationserwartungen gut verankert bleiben. Das stärkt unsere Einschätzung, dass die BoT den Leitzins wahrscheinlich für einen längeren Zeitraum bei 1,00 Prozent belassen wird, statt auf einen vorübergehenden, angebotsgetriebenen Anstieg der Gesamtinflation zu reagieren.“
„Am Devisenmarkt fiel USD/THB gestern um 0,2 Prozent auf 33,62, gestützt durch nachgebende Ölpreise und einen schwächeren USD. Die Abwärtsrisiken für den THB bleiben jedoch erhöht. Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und zehnjährigen thailändischen Staatsanleihen weitete sich auf 291 Basispunkte aus - den höchsten Stand seit einem Jahr. Dadurch nimmt die Attraktivität von auf THB lautenden Anlagen ab.“
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