Gold schwächt sich angesichts erneuter USD-Stärke und höherer Anleiherenditen vor dem FOMC-Protokoll ab
- Gold kämpft darum, aus der nächtlichen Erholung vom Zweimonatstief Kapital zu schlagen, da frische USD-Käufe einsetzen.
- Geopolitische Unsicherheiten sowie erhöhte US-Anleiherenditen tragen dazu bei, die Nachfrage nach dem Greenback wiederzubeleben.
- Händler blicken nun auf das FOMC-Protokoll, um weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs und neue Richtungsimpulse zu erhalten.
Gold (XAU/USD) trifft während der asiatischen Sitzung am Mittwoch auf frisches Angebot und stoppt damit die leichte Erholung des Vortages aus dem Bereich von 4.100 USD bzw. einem Zweimonatstief. Der US-Dollar (USD) gewinnt vor der Veröffentlichung des FOMC-Protokolls wieder an positiver Dynamik und erweist sich als Schlüsselfaktor, der Druck auf den Rohstoff ausübt.
Die in der vergangenen Woche veröffentlichten US-Konjunkturdaten deuteten auf nachlassende Inflation und eine leichte Abkühlung am Arbeitsmarkt hin, was den Druck auf die Federal Reserve (Fed) verringerte, die Zinssätze anzuheben. Allerdings zeigt das FedWatch Tool der CME Group, dass Händler mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 85% einpreisen, dass die US-Notenbank im Dezember die Kreditkosten anheben wird. Daher werden die anstehenden FOMC-Protokolle auf Hinweise zu weiteren Zinserhöhungen und geldpolitischen Kennzahlen hin untersucht werden, die wiederum eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des USD und des zinslosen Goldes spielen werden.
Erwartungen an eine Fed-Zinserhöhung verschieben sich in Richtung Dezember, da sich der mittelfristige Ausblick eintrübt
Strategen von BNY Markets betonen, dass die jüngste Neubewertung weg von einem Fed-Schritt im Oktober keinen wesentlichen Wandel im kurzfristigen geldpolitischen Kurs bedeutet, und weisen darauf hin, dass "das nicht bedeutet, dass sich die Chancen für eine Zinserhöhung im Dezember deutlich verringert haben, aber wir erwarten nun die zweite Zinserhöhung dieses Zyklus zum Jahresende." Mit Blick weiter nach vorne warnen sie, dass sich "der Ausblick bis 2027 eintrübt, nicht zuletzt, weil sich der anhaltende Konflikt im Nahen Osten als unmöglich einzuschätzen erwiesen hat – und damit auch die Ölpreise und der angebotsseitige Effekt, den sie auf den Inflationsausblick haben."
Im Vorfeld des wichtigen Ereignisses tragen anhaltende geopolitische Unsicherheiten zusammen mit einem erneuten Anstieg der US-Anleiherenditen dazu bei, die Nachfrage nach dem sicheren Hafen USD wiederzubeleben. In den jüngsten Entwicklungen rund um die Nahostkrise erklärten die von Saudi-Arabien unterstützten international anerkannten Regierungstruppen im Jemen, sie hätten die Kontrolle über strategische Punkte entlang der Küste des Roten Meeres übernommen, darunter Gebiete rund um die Straße von Bab al-Mandeb. Auf der anderen Seite schlug die vom Iran unterstützte Huthi-Gruppe mit Angriffen auf wichtige Ziele in Saudi-Arabien zurück, darunter eine Aramco-Raffinerie in Riad.
Darüber hinaus hat Iran in der vergangenen Woche das Tempo seiner Angriffe in der Straße von Hormus erhöht, was den Rohölpreisen geholfen hat, auf die nächtliche Erholung vom Einmonatstief aufzubauen. Dies wiederum schürt energiegetriebene Inflationssorgen und hält die US-Anleiherenditen nahe mehrjährigen Höchstständen erhöht, was dem USD zusätzlichen Rückenwind verleiht und die Bären bei XAU/USD begünstigt. Unterdessen hat die chinesische Zentralbank ihre Goldkaufserie im 23. Monat in Folge verlängert, was dem Goldpreis vor dem Hintergrund eines bärischen fundamentalen Umfelds jedoch kaum Unterstützung bot.
XAU/USD 4-Stunden-Chart
Technische Analyse
Die seit Beginn der vergangenen Woche zu beobachtende seitwärts gerichtete Preisentwicklung könnte vor dem Hintergrund eines Rückgangs vom monatlichen August-Hoch als bärische Konsolidierungsphase eingestuft werden. Zudem notiert der Goldpreis unter dem 100-Perioden Simple Moving Average (SMA) auf dem 4-Stunden-Chart und dem 61,8% Fibonacci-Retracement, was den negativen Ausblick bestätigt.
Unterdessen bleibt der Moving Average Convergence Divergence (MACD) mit einem Wert von 3,35 im positiven Bereich und deutet auf ein moderates bullisches Momentum hin. Der Relative Strength Index (RSI) bei 44,26 tendiert jedoch leicht nach unten, was darauf hindeutet, dass Erholungen anfällig sind, solange das Edelmetall unter diesen übergeordneten Niveaus gedeckelt bleibt.
Dennoch wäre es weiterhin ratsam, auf einen Bruch und eine Akzeptanz unter 4.100 USD zu warten, was die untere Begrenzung der Handelsspanne und das 78,6% Fibo.-Retracement darstellt, bevor man sich für weitere Verluste in Richtung einer wichtigeren strukturellen Unterstützung bei 3.938 USD positioniert. Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim 61,8%-Retracement bei 4.228 USD, gefolgt vom 100-Perioden SMA bei 4.248 USD und dem 50%-Retracement bei 4.317 USD. Ein anhaltender Ausbruch über diese gebündelten Barrieren wäre erforderlich, um den derzeitigen bärischen Ton zu entschärfen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.
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